Alexandre-Hyacinth Dunouy

Alexandre-Hyacinthe Dunouy (Paris 1757 - 1841 Lyon oder Jouy)

Der Ausbruch des Vesuv im Jahr 1813, Neapel 1813

Öl auf Papier auf Leinwand, 48,5 x 64,5 cm

 

Wir danken Corinne Chorier, die das Werkverzeichnis Dunouys bearbeitet, für ihre Bestätigung der Authentizität.

 

 

Das vorliegende Gemälde ist die vorbereitende Version für eines der berühmtesten Werke von Alexandre-Hyacinthe Dunouy, Eruption du Vésuve en 1813 (Abb. 1). Dieses ungewöhnlich große Werk, das entweder von Joachim Murat (1767-1815), dem König von Neapel, gegen Ende seines Lebens oder von Ludwig XVIII. (1755-1824) in Auftrag gegeben wurde, stellte Dunouy 1817 in Paris im Salon aus. Das Werk wurde umgehend von der französischen Krone erworben und ist im Inventarverzeichnis von Schloss Fontainebleau[1] ab 1820 erwähnt. Hier befindet es sich bis zum heutigen Tage.[2] Die Komposition der beiden Gemäldeversionen unterscheidet sich in Details. Hervorzuheben ist besonders, dass unsere Version vom Künstler ohne Staffage ausgeführt wurde. Dunouy konzentrierte sich häufig auf die Gestaltung von Landschaft und Lichtführung und verzichtete auf die Darstellung von Menschen. Figuren wurden manchmal von Malerkollegen hinzugefügt.[3]

Dunouy_Château de Fontainebleau

Abb. 1 Alexandre-Hyacinthe Dunouy, Der Ausbruch des Vesuv im Jahr 1813, Musée National du Château de Fontainebleau, Fontainebleau

Beide Gemälde illustrieren den Beginn des Vulkanausbruches am 25. Dezember 1813. Eine Rauchsäule steigt vom Gipfel des Vesuvs auf und kündet von der bevorstehenden Eruption, die anschließend die gesamte Region mit einer riesigen schwarzen Wolke einhüllen wird. Im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts waren Künstler fasziniert von den Aktivitäten und wiederkehrenden Ausbrüchen des Vulkans, die sie in verschiedenen Stadien abzubilden suchten. Während der eigentlichen Eruption wurde es so dunkel, dass jene Gemälde, die dieses wiedergeben, irrtümlicherweise für Nachtbilder gehalten werden, weil ihnen das Tageslicht fehlt.

Dunouy war ein außergewöhnlich begabter Landschaftsmaler. Er begann den reinen Formalismus des Klassizismus, das Komponieren im Atelier, zu überwinden, indem er sich auf die spontanen Erfahrungen und Empfindungen der Malerei en plein - air einließ.

Dunouy wurde 1757 in Paris geboren und begann seine Karriere in der Werkstatt von Gabriel Briard (1725-1777). Als Landschaftsmaler genoss er großes Ansehen und stellte zwischen 1791 und 1833 regelmäßig in Paris im Salon aus. 1810 avancierte er zum Hofmaler von Joachim Murat, den Napoleon zum König von Neapel gekürt hatte. Folglich zeigen viele seiner Gemälde Szenen aus Italien, insbesondre Landschaften um Neapel und des Apennin. Nach dem Zusammenbruch des französischen Kaiserreiches 1815 arbeitete Dunouy in Paris, Savoyen, in der Auvergne und in Lyon.[4]


[1] Eruption du Vésuve en 1813, 1817, Öl auf Leinwand, 169 x 238 cm, Fontainebleau, Musée National du Château de Fontainebleau, (inv. no. 4297; LL 3533)

[2] http://www.culture.gouv.fr/public/mistral/joconde.

[3] Nicolas-Antoine Taunay (1755-1835) and Jean-Louis de Marne (1752-1829)malten in einigen von Dunouys Landschaften die Figurenstaffage.

[4] Paysages d’Italie. Les peintres du plein air (1780-1830), exhibit. cat., Paris, Galeries Nationales du Grand Palais and Mantua, Centro Internazionale d’Arte e di Cultura di Palazzo Te, Paris 2001, S. 135.

Kommentare sind deaktiviert

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen