Barend Cornelis Koekkoek

Barend Cornelis Koekkoek (Middelburg 1803 - 1862 Kleve)

Blick auf Königstein an der Elbe, 1858

Öl auf Holz, 57,8 x 79,6 cm
Signiert und datiert unten Mitte B C Koekkoek 1858

Provenienz:
Sammlung B.C. Schneiders van Greyffenswerth, Amsterdam
Sammlung Vincent van Gogh, Princenhage, 1873
Auktion Amsterdam (C.F. Roos), 16. Oktober 1873, Lot 34
Sammlung J.H. de Souza, 1889
Auktion Den Haag (C.M. van Gogh & H.G. Tersteeg), 2.-3. April 1889, abgebildet
Privatsammlung Deutschland, seit 1889

Literatur:
Friedrich Gorissen, B.C. Koekkoek 1803-1862. Werkverzeichnis der Gemälde, Düsseldorf 1962, Abb. 58/60

 

Barend Cornelis Koekkoek gilt als der bedeutendste Landschaftsmaler der Holländischen Romantik. Zu seinen Auftraggebern zählte er den holländischen König Willem II., Zar Alexander II. von Russland und König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen.

Der 1803 in Middelburg geborene Maler war zunächst Schüler seines Vaters Johannes Hermanus (1778-1851), Marinemaler und Begründer der Malerdynastie Koekkoek. Dank eines Stipendiums des niederländischen Königs Wilhelm I. studierte Koekkoek ab 1821 an der königlichen Akademie der bildenden Künste in Amsterdam bei Jan Willem Pieneman (1779-1853) und Jean Augustin Daiwaille (1786-1850), dessen Tochter Elise Thérèse Daiwaille er 1833 heiratete. Zahlreiche Studienreisen führten ihn in den Harz, nach Italien und an den Rhein, dessen Landschaft ihn derart faszinierte, dass er 1834 die deutsche Stadt Kleve zu seiner Wahlheimat erkor. 1841 gründete der Maler dort eine Zeichenakademie, das sogenannte Zeichen-Collegium. Im selben Jahr erfolgte die Publikation seiner Erinnerungen und Mitteilungen eines Landschaftsmalers, die Koekkoeks Bekanntheitsgrad weiter steigerte.

Der großen Nachfrage seiner Bilder wegen unternahm Koekkoek in den 50er Jahren kaum Studienreisen, 1857 jedoch reiste er in die Sächsische Schweiz.[1] Angeregt durch die reichen Eindrücke dieser Reise entsteht 1858 Blick auf Königstein an der Elbe. Eine blau und braun lavierte Zeichnung Königstein in Sachsen, datiert 1857, ist bei Gorissen erwähnt.[2]

Königstein an der Elbe inmitten des Sandsteingebirges an der großen Elbschleife gelegen, ist ein geschichtsträchtiger Ort und vor allem durch die Festung Königstein bekannt. Mit der Einführung des Dampfschiffverkehrs 1837 und dem Bau der Eisenbahnlinie bis 1851 wurde es zu einer touristischen Attraktion.

Blick auf Königstein an der Elbe gehört in seiner exzellenten malerischen Ausführung zu den Hauptwerken aus den 1850er Jahren. Im Vordergrund links platziert der Maler eine jener monumentalen Eichen für deren Darstellung er so viel Bewunderung erhalten hat. Rechts davon öffnet sich ein weiter Blick in die sächsische Schweiz mit dem Elbtal. Am Horizont sind der Kleine und Große Bärenstein zu erkennen. Koekkoek zeichnet ein idyllisches Bild der Landschaft, ein Ideal von unberührter Natur und landschaftlicher Größe. Am Fuß der Berge ist die Stadtkirche von Königsstein auszumachen, dahinter die Elbe mit den regional typischen Lastenseglern, sogenannten Elbkähnen. Auf der anderen Flussuferseite erkennt man den Ort Halbestadt.

Im November 1859 erlitt Koekkoek einen schweren Schlaganfall, was das Ende seiner Malerkarriere bedeutete.[3] Er verstarb drei Jahre später in seiner Wahlheimat Kleve, wo ihm in seinem ehemaligen Wohnhaus ein Museum gewidmet ist.

Der „Prinz der Landschaftsmalerei“ genannte Maler wurde mehrmals mit der Goldmedaille in Paris ausgezeichnet, er erhielt u.a. das Ritterkreuz der Ehrenlegion und den Leopoldsorden als Auszeichnung für seine Gemälde. Noch kurz vor seinem Tod wurde er Mitglied der Petersburger Akademie und vertrat zudem 1862 posthum die Niederlande auf der Weltausstellung in London.


[1] Vgl. Angelika Nollert, Barend Cornelis Koekkoek, 1803-1862: ein Landschaftsmaler der niederländischen Romantik, Frankfurt a.M. (u.a.) 2000, S. 36.

[2] Friedrich Gorissen, B.C. Koekkoek 1803-1862. Werkverzeichnis der Gemälde, Düsseldorf 1962, Z 57/41,2.

[3] Die letzten datierten Gemälde Koekkoeks stammen aus dem Jahr 1858 wie auch das hier vorgestellte Werk. Nur ein Gemälde ist nach seiner schweren Erkrankung mit der Jahreszahl ‚1861’ versehen.

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