Bernard Durin

Bernard Durin
(Nizza 1940 - 1987 Paris)

Feldsandläufer - Cicindela campestris

Aquarell (Gouache) auf weißem Karton, 65 x 50 cm
Signiert mit Monogramm unten rechts BD (ligiert)

Literatur:
Bernard Durin, Gerhard Scherer, Käfer und andere Kerbtiere, München 2013, Nr. 38

Auf Wanderungen durch seine Heimat, die Provence, entdeckte der französische Grafiker und Illustrator Bernard Durin[1] die Welt der Insekten. Bis zu seinem frühen Tod 1988 schuf er eine Reihe großformatiger Aquarelle, Käfer und andere Kerbtiere darstellend und bezog sich damit auf die große europäische Tradition der Insektendarstellung beginnend mit Albrecht Dürer (1471-1528) und weitergeführt von Joris Hoefnagel (1542-1601), Pieter Holsteijn dem Jüngeren (um 1614-1673) und Maria Sibylla Merian (1647-1717).

Der 1940 in Nizza geborene Bernard Durin studierte ab 1958 für zwei Jahre in Paris an der renommierten Ecole Estienne und in dem Atelier des Plakatdesigners Paul Colin. Anschließend arbeitete er als Grafiker und Illustrator für verschiedene Zeitschriften und Verlage. Ab 1972 widmete sich Durin der Darstellung von Käfern. Viele Insekten entdeckte er bei Wanderungen in den provenzalischen Bergen von Saint-Baume. Die exotischen Exemplare entstammen den Sammlungsbeständen des Naturhistorischen Museums in Paris. Mit einer Lupe und einem Aquarell-Pinsel der Größe 00 ausgestattet, brauchte Durin für ein Insekten-Portrait ungefähr drei Wochen. Einem weiteren Publikum bekannt wurde Durin nach erfolgreichen Einzelausstellungen u.a. auch in München. Nach Erscheinen seines Buches Käfer und andere Kerbtiere bestellte im Jahr 1983 das Musée national d’histoire naturelle in Paris bei ihm drei Insektendarstellungen auf Pergament.

Durin kombiniert in seinen Arbeiten die Tradition naturwissenschaftlicher Illustration mit einem Fotorealismus, wie wir ihn aus der amerikanischen Popart kennen, und schafft spektakuläre großformatige Porträts einzelner Insekten. Käfer, wenige Millimeter groß, werden so zu faszinierenden überdimensionierten Kreaturen, scheinbar aus einer anderen Welt.

Der Feldsandläufer (Cicindela campestris), ansässig in Mitteleuropa, wird hingegen nur 10 bis 15 Millimeter lang. Auffällig sind die seitlich hervortretenden riesigen Augen. Der Käfer besticht durch seine irisierende Oberfläche. Durin erfasst jedes einzelne Härchen der Beinbehaarung des Feldsandläufers. Der flugtüchtige Käfer ernährt sich von anderen Insekten und Spinnen, die er mit schnellem Zugriff seiner mächtigen Kiefer fängt.[2]

Das Aquarell der Elefantenschrecke (Pamphagus elephas), sie gehört einer Unterfamilie der Feldheuschrecke an, besticht durch die feinen Farbübergänge und die starke Dreidimensionalität des gepanzerten Körpers. Die kleinen Erhebungen auf den Chitinplatten der Elefantenschrecke meint man ertasten zu können Die große bis sehr große (95-110 mm) gedrungene und plumpe Heuschrecke ist im trockenen Nordafrika ansässig. Weibchen, aber auch männliche Elefantenschrecken besitzen oft nur verkürzte Flügel und sind so zu reinen Kriechtieren geworden.[3] Bitte lesen Sie mehr...


[1]Biographische Angaben zu Bernard Durin siehe Allgemeine Künstlerlexikon (AKL), XXXI, 2002, S. 202 und Bernard Durin, Gerhard Scherer, Käfer und andere Kerbtiere, München 2013, S. 152.

[2] Vgl. Durin, Scherer, op. cit. S. 105.

[3] Vgl. Durin, Scherer, op. cit. S. 64.

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