Carl Blechen

Carl Blechen (Cottbus 1798 - 1840 Berlin)

Teich mit Baumgruppe, um 1833-1837

Sepia und Bleistift auf Papier, 9 x 11,6 cm
Rückseitig Stempel Carl Blechen[1] und Sammlerstempel H.F.W. Brose [2] Mit Bleistift K. 168 I, 10[3]

Provenienz:
Nachlass Carl Blechen
Sammlung H. F. W. Brose, Berlin
Sammlung Carl Brose, Berlin
Hollstein & Puppel, Berlin, Auktion XL, Sammlung C. Brose, 8.11.1928, Kat. Nr. 39
Frau Magdalena Schmidt, Berlin (erworben 1928)
Privatsammlung, Deutschland

Literatur:
Guido Joseph Kern, Karl Blechen, sein Leben und seine Werke, Berlin 1911, S. 168, Spalte 1, 10. Zeichnung
Paul Ortwin Rave, Karl Blechen. Leben, Würdigungen, Werk, Berlin 1940, Nr. 1992
Gutachten von Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan vom 19.09.2005

 

 

Das Waldmotiv dominiert Carl Blechens Spätwerk. Er bearbeitet es in verschiedensten Techniken. Unsere Sepiazeichnung stammt aus dem Spätwerk steht wohl in Zusammenhang mit Blechens im September 1833 unternommener Reise in den Harz. Er lehrte in dieser Zeit an der Berliner Kunstakademie und wurde er von einer Gruppe Schüler begleitet. 1831 hatte sich Blechen erfolgreich um die Nachfolge von Peter Ludwig Lütke, seinem ehemaligen Lehrer, für eine Professur an der „Landschaftzeichnen Classe“ beworben. Ab Mitte der 1830er Jahre mehrten sich Anzeichen einer psychischen Erkrankung, die ihn zur Aufgabe seiner Lehrtätigkeit zwang und seine künstlerische Arbeit einschränkte.[4]

Auf der Harz Reise entstanden viele Ölskizzen, einige Aquarelle, lavierte Arbeiten in Sepia und getuschte Bleistiftzeichnungen. Professor Börsch-Supan schreibt: Von dieser Reise sind derartig rasch hingeworfene Arbeiten mit ausfahrenden, heftigen Federstrichen und Pinselflecken bekannt, bei denen helle ausgesparte Partien neben tiefdunklen stehen und eine scheinbar ruhige Szenerie mit Explosionskraft erfüllen.[5] Unsere expressives Sepiablatt Teich mit Baumgruppe hat die für Blechen typische Nervosität. Er tendiert zur Auflösung der Umrisszeichnung und definierter Konturen und Formen.

Unser Blatt entstammt der berühmten Blechen Sammlung des Berliner Bankiers H. F. W. Brose. Er erwarb den Hauptbestandteil seiner bedeutenden Blechen Sammlung, darunter unser Blatt, aus dem 1853 versteigerten zweiten Teil des Blechen Nachlasses. Theodor Fontane erwähnt 1882 in seiner Beschreibung der Sammlung Brose neben ungefähr 70 Ölgemälden sieben große Mappen mit Hunderten von Skizzen. Während der Großteil der Sammlung 1891 in die Königliche National-Galerie gelangte, wurde der in Familienbesitz verbliebende Restbestand 1928 durch das Berliner Auktionshaus Hollstein & Puppel versteigert.

 

 


[1] Vgl. Frits Lugt, Les marques de collections de dessins & d'estampes, Paris 1956, S. 41: Lugt Nummer L.263b.

[2] Vgl. Lugt, op. cit., S. 48: Lugt Nummer L.307c.

[3] Vermerk des Werkverzeichnisses von Guido Joseph Kern, Karl Blechen, sein Leben und seine Werke, Berlin 1911, S, 168, Spalte 1, 10. Zeichnung.

[4] Vgl. Zu Blechens Biographie siehe u.a. Peter-Klaus Schuster (Hg.), Carl Blechen. Zwischen Romantik und Realismus, Kat. Ausst. Berlin Nationalgalerie, München 1990.

[5] Gutachten von Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan vom 19.09.2005.

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