Carl Wilhelm Götzloff

Carl Wilhelm Götzloff
(Dresden 1799 - 1866 Neapel)

Blick aus der Grotte des Kapuzinerklosters bei Amalfi, 1830

Öl auf Leinwand, 39 x 57 cm
Datiert und signiert unten links C. Götzloff. 1830

Provenienz:
Privatsammlung, Deutschland;
Sotheby’s München, Auktion, 22.06.1993, Nr. 37;
Privatsammlung, Deutschland.

Literatur:
Ernst Alfred Lentes, Carl Wilhelm Götzloff. Ein Dresdner Romantiker mit neapolitanischer Heimat, Monographie mit Werkverzeichnis der Gemälde, Stuttgart/Zürich 1996, S. 151, Nr. 31;
Alexander Bastek und Markus Bertsch (Hgg.), Carl Wilhelm Götzloff (1799-1866): Ein Dresdner Landschaftsmaler am Golf von Neapel, Kat. Ausst. Lübeck, Museum Behnhaus Drägerhaus, Mittelrhein Museum Koblenz, mit Werkverzeichnis der Gemälde, Petersberg 2014, S. 225, Nr. 31.

 

Zusammen mit seinen Künstlerfreunden Johann Joachim Faber und Heinrich Reinhold erforschte Carl Wilhelm Götzloff im Sommer 1823 erstmals die Umgebung Neapels. Vor allem die Amalfitana und die Landschaften um Sorrent boten den Malern pittoreske Motive.1 Amalfis Grotten und das Kapuzinerkloster San Francesco waren ein beliebtes Ziel. Wahrscheinlich ist Franz Ludwig Catel um 1820 der Erste, der jenen Blick aus der Grotte auf das Kloster wählte, der in den folgenden Jahren durch die Wiederholung verschiedenster Maler ikonisch werden sollte. So haben Reinhold, auch Faber, Carl Morgenstern, Johann Heinrich Schilbach und Ludwig Richter, die mit Götzloff und auch mit Catel im künstlerischen Austausch standen, das beliebte Motiv wiederholt, bevor die Grotte gegen Ende des 19. Jahrhunderts schließlich einstürzte. 2

In Götzloffs malerischem Werk – 1823 während des ersten Amalfibesuchs entstanden wohl nur Zeichnungen – taucht die Grotte erstmals 1828 auf. Jenes Gemälde befindet sich heute in der Galerie Neue Meister, Dresden, Inv. Nr. 2990, und unterscheidet lediglich durch seine Größe und motivische Details von dem hier vorgestellten Gemälde, welches 1830 datiert, also in eine Zeit, in der der Maler in Neapel erste berufliche Erfolge einfuhr. Wie ein Rahmen umfasst der den Höhleneingang umgebende dunkle Fels den frühabendlichen Ausblick auf das Kloster San Francesco, auf Amalfi und das Küstengebirge.

Götzloff, einer der herausragenden deutschen Vertreter der empfindungsreichen und naturnahen Landschaftsmalerei in Italien zu Beginn des 19. Jahrhunderts, absolvierte seine Ausbildung an der Dresdner Akademie. Ein Stipendium eröffnete ihm 1821 den Weg nach Italien, zuerst nach Rom und ab 1823 zu einer ausgiebigen Studien- und Wanderreise mit Zielen rund um Neapel, Capri, Amalfi, Castellamare, Sorrent sowie Sizilien. Ende 1824 wurde Neapel zu seiner zweiten Heimat. Von 1835 bis 1838 war Götzloff fest dotierter Hofmaler des Königs beider Sizilien, Ferdinand II. (1810-1859). 1835 wurde er zum Mitglied der königlichen Kunstakademie in Dresden ernannt. Zusammen mit seiner Ehefrau Louisa Chentrens führte der Maler in seiner Wohnung an der Riviera di Chiaia Nr. 71 ein offenes und gastfreundliches Haus für reisende Künstler und Kunstsammler. Zahlreiche Bekanntschaften und Freundschaften mit anderen von der Italiensehnsucht getriebenen Gleichgesinnten wie Joseph Anton Koch, Carl Gustav Carus und Carl Blechen, um nur die wichtigsten zu nennen, bereicherten sein künstlerisches Schaffen.1846/47 folgten wichtige Aufträge des preußischen Königs sowie der russischen Kaiserin Alexandra Feodorowna (1798-1860). 1848 flüchtete er vor den politischen Unruhen für zwei Jahre von Neapel nach Sorrent.3 Die politische Instabilität der Zeit prägte seine späten Jahre.

 


1 Markus Bertsch, ‚Im Zeichen künstlerischen Austauschs. Carl Wilhelm Götzloffs Anfänge in Dresden und seine ersten Jahre in Italien’, in: Alexander Bastek und Markus Bertsch (Hgg.), Carl Wilhelm Götzloff (1799-1866) - Ein Dresdner Landschaftsmaler am Golf von Neapel, Kat. Ausst. Lübeck, Museum Behnhaus Drägerhaus, Mittelrhein Museum Koblenz, mit Werkverzeichnis der Gemälde, Petersberg 2014, S. 19.

2 Andreas Stolzenburg, ‚Franz Ludwig Catel als künstlerisches und ökonomisches Vorbild für Götzloffs Entwicklung als Landschafts- und Genremaler in Neapel’, in Götzloff 2014, op. cit., S. 48-50.

3 Vgl. Ernst-Alfred Lentes, Carl Wilhelm Götzloff. Ein Dresdner Romantiker mit neapolitanischer Heimat, Stuttgart, Zürich 1996.

Kommentare sind deaktiviert

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen