Johan Christian Clausen Dahl

Johan Christian Clausen Dahl (Bergen 1788 - 1857 Dresden)

Felsbrocken im Rabenauer Grund, Dresden 1825

Öl auf Papier, auf Pappe aufgezogen, 13,4 x 15,5 cm
Signiert und datiert unten in der Mitte JD Juni 1825
Rückseitiger Vermerk: No. 218 … 13 h - 15[…] / Joh. Chr. Cl. Dahl / geb. zu Bergen in Norweg. d. 24 Feb. 1788 / † zu Dresden d. 14 Octbr. 1857 / Naturstück, Felßengrotte … / oder Rabenauer Grund bei Dresden / bez. D. Juni . 1825 / … gezogenes Papier / Mit Mastix gefirnißt

Provenienz:
General S. Bull, Christiana

Ausstellungen:
Katalog over Professor Dahl udstilligen, Christiania Kunstforening 1907, Kat. Nr. 89 (vgl. rückseitiges Etikett)
J.C. Dahl 1788-1857 Mindeutstilling, Blomqvist Kunstutstilling, Oslo 1926,
Kat.Nr. 143

Literatur:
Marie Lødrup Bang, Johan Christian Dahl (1788 - 1857). Life and Works,
Catalogue Raisonné, Oslo 1987, Bd. 2, Kat.Nr. 483. Bd. 3, Tafel 194
Johan Langaard, J.D.Dahl's verk, Oslo 1937, Kat.Nr. 276

 

 

Nach seiner Rückkehr aus Italien im Sommer 1821 beschäftigte sich Dahl vor allem mit Landschaften in und um Dresden. Beliebte Ziele des Malers und seiner Freunde waren der Plauensche Grund, der Liebethaler Grund und der Rabenauer Grund.

In sein Tagebuch notierte Dahl am 13. Juni 1825 den Ausflug nach Lohmen bei Tharant, einer Ortschaft in der Nähe des Rabenauer Grunds: Kam zurück von Lohmen, wo ich 4 Tage beim Malen zusammen mit den Landschaftsmalern Müller und von Hauch verbrachte.[1]

Bis in das erste Drittel des 19. Jahrhunderts blieb der Rabenauer Grund unerschlossen, danach wurde er malerisches Wander- und Erholungsgebiet, welches wegen der engen Klüfte und sprudelnden Bachläufe gerne von Malern besucht wurde. Die vorliegende Skizze ist Teil einer Gruppe von Naturstudien, die mit der identischen Signatur und Datierung JD Juni 1825 versehen sind (Bang Kat.Nr. 480-484) und folglich als Ergebnis der Exkursion in den Rabenauer Grund gedeutet werden können. Auch in späteren Jahren (1836) malte Dahl ein weiteres Motiv aus dem Rabenauer Grund[2].

Am liebsten stelle ich die Natur in ihrem freien und wilden Zustand dar, in Gegenden mächtiger Fels- und Waldpartien; deshalb bin ich auch hier [Dresden] nicht so vollkommen zufrieden; trotzdem die Natur in gewisser Hinsicht sehr schön ist, erscheint sie mir doch etwas kleinlich, man findet zu viele Spuren von Menschenhänden.[3] (Dahl in einem Brief an Kronprinz Christian Frederik am 26. November 1818)

Trotz dieser Kritik an den landschaftlichen Reizen Dresdens und seiner Umgebung gelingt Dahl in der kleinformatigen Ölskizze ein spontaner, atmosphärischer Natureindruck.


[1] Bang, op.cit., Bd.2, Kat.Nr. 480: Came back from Lohmen where I was 4 days painting with landscape painters Müller und von Hauch.

[2] Bang, op.cit., Bd.2, Kat.Nr. 807.

[3] Bang op.cit., B.1, S. 236: I prefer to depict nature in its free and wild state, with regions of mighty scenery with mountains as well as forest. Therefore I do not like it much here – although the scenery is lovely in its way, I find it somewhat trivial, with too many traces of human hands and artifice, whereby it often appears artificial.

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