Johan Christian Clausen Dahl

Johan Christian Dahl, gen. Clausen-Dahl (Bergen 1788 - 1857 Dresden)

Ansicht des Vesuv gesehen von Capodimonte, Neapel 1821

Öl auf Papier, auf Karton aufgezogen, 27 x 25 cm
Datiert unten rechts Jan. 16ten 1821

Provenienz:
Privatsammlung, Kopenhagen

 

Johan Christian Dahl hatte bereits seine Ausbildung als Landschaftsmaler abgeschlossen, als er 1811 seine Heimat Norwegen verließ um nach Kopenhagen zu reisen, wo er an der Akademie der schönen Künste studierte. Als Schüler von C. A. Lorentzen galt sein Hauptinteresse der holländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts sowie der Beschäftigung mit Eckersbergs Ansichten von Rom. 1818 begab Dahl sich auf die ‚Grand Tour’. Bei seinem Aufenthalt in Dresden bewegte er sich in Künstlerkreisen, wo er auch den berühmten deutschen Maler Caspar David Friedrich kennenlernte. Im Sommer 1820 bereiste er Rom und Neapel, um sich dann 1821 dauerhaft in Dresden niederzulassen. Ab 1823 lebte er im gleichen Haus wie C.D. Friedrich. Dahl war zusammen mit C.D. Friedrich und Carl Gustav Carus der der wichtigste Dresdner Maler dieser Epoche. Diese drei prägten die deutsche romantische Malerei entscheidend. Er reiste in den Jahren 1826, 1834, 1839 und 1859 nach Norwegen.[1]

Die Zeit zwischen dem 11. August 1820 und Februar 1821 verbrachte Dahl auf Einladung des dänischen Kronprinzen Christian Frederik (später Christian VIII) in der Villa Quisisana in Castellammare südlich von Neapel.[2] Der dänischen Königlichen Familie war die Villa von Ferdinand IV von Neapel zur Verfügung gestellt worden.

Die vorliegende, mit Jan.16ten 1821 datierter, sehr lebendige Ölskizze kann zweifelsohne einer Gruppe ähnlicher Studien, die vom Künstler während seines kurzen Aufenthaltes in der Villa Quisisana ausgeführt wurden, zugeordnet werden. Für Dahl war dies eine prägende und ziemlich produktive Zeit. Wie der Tagebucheintrag an seinem Ankunftstag belegt, wurde keine Zeit verschwendet: Ich habe mit einer Skizze mit Blick von meinem Fenster begonnen […].[3]

Durch einen Torbogen hindurch fällt der Blick auf einen Franziskanermönch in brauner Kutte, der dem Betrachter den Rücken zuwendet. Ein gepflasterter Weg führt hinab in Richtung Capodimonte und Neapel. In der Ferne ist der rauchende Vesuv zu erkennen, Dahls wichtigstes Motiv in diesen Tagen. 1823 führte Dahl eine größere Version dieser Skizze mit einigen Veränderungen aus, die sich heute in einer Privatsammlung in Oslo befindet[4].


[1] Catherine Johnston et al., in: Ausst.kat., Baltic Light - Early Open-Air Painting in Denmark and North Germany, New Haven and London 1999-2000, S. 43.

[2] J. C. Dahl in Italien 1820 - 1821, Ausst.kat., Copenhagen, Thorvaldsen Museum, 1987.

[3] Vgl. Marie Lødrup Bang, Johan Christian Dahl (1788 - 1857). Life and Works, Catalogue Raisonné, Oslo 1987, Bd. 2, S. 101.

[4] Bang, op. cit., Bd. 2, S. 147, Kat.Nr. 419; illus. Bd. 3, pl. 167.

 

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