Giuseppe de Nittis

Giuseppe De Nittis (Barletta 1846 - 1884 St.-Germain-en-Laye)

Ansicht des Foro Triangolare in Pompeji, 1873

Öl auf Holz, 17,8 x 30,7 cm
Signiert und datiert unten rechts De Nittis 73
Rückseitiges Etikett Une vue de Pompeii par Nittis 1873...

Provenienz:
Privatsammlung, Rom
Christie’s, Rom, Auktion, 4.6.2001, Lot 780
Privatsammlung, USA
Sotheby’s, New York, Auktion, 27.1.2010, Lot 225 (98.000 USD)
Privatsammlung, England

 

Wir danken Frau Prof. Farese Sperken, Bari für die Authentifizierung des Werkes, welches sie im Original begutachtet hat.

Bei der Ansicht des Foro Triangolare in Pompeji, signiert und datiert 1873, handelt es sich nicht um eine Skizze, sondern um ein vollendetes Gemälde. Das charismatische Werk ist wohl in den letzten Wochen des langen Italienaufenthaltes De Nittis’ im Frühjahr 1873 entstanden. Die präzise, topographisch genaue Vedute ist möglicherweise identisch mit einer Einlieferung De Nittis’ an seinen Pariser Kunsthändler Goupil, die dessen Lagerbuch für 1873 listet[1].

Drei mächtige Säulen im Vordergrund rhythmisieren die streng symmetrische Komposition. Effektvoll inszeniert der Maler das große Loch in der mittleren Säule, durch das man den Himmel sehen kann. Die Komposition verzichtet bewusst auf Figuren. Das Motiv ist zeitlos: die Säulen des Foro Triangolare als Zeugen einer allzeit präsenten Antike, das sonnendurchflutete Tal des Flusses Sarno und die mit zarten, grau-bläulichen Tönen evozierte Berggruppe der Monti Lattari.

deNittis_Pompei_vgl Kopie

Abb. 3 Giuseppe De Nittis, Il Foro di Pompei, 1875, Öl auf Leinwand, 80,5 x 57,3 cm, Privatsammlung

Nur zwei Jahre später hat De Nittis sich in einer völlig anderen Weise geäußert. Il Foro di Pompei von 1875 (Abb. 3)[2], für das auch einige Vorstudien existieren, die das Motiv der hohen Säulen besonders hervorheben[3], dient als Kulisse für eine lebhafte Szene eleganter Besucher, ganz im Stil jener neuen Manier, die sich der vielseitige Künstler für den französischen Kunstmarkt angeeignet hatte.

 

 

 

 

 

 

 


[1] Goupil & Cie/Boussod, Lagerbuch Nr. 6, Los Angeles, Getty Research Institute, S.179, Nr. 1831 oder S.180, Nr. 1841.

[2] Dini, Marini 1990, op. cit., Nr. 599.

[3] Ebd., Nr. 594-596.

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