Johan Christian Dahl

Johan Christian Dahl
(Bergen, Norwegen 1788 - 1857 Dresden) 

Fjordlandschaft mit einem Menhir, 1837

Öl auf Leinwand, 18,4 x 26,5 cm
Signiert und datiert unten links JDahl 1837

Provenienz:
Marie Plahte (1852-1937), Høvik, 1937;
Oslo, Auktionshaus Wang, Auktion, September 1949, Kat. Nr. 52A?;
Oslo, City Auktsjn, Auktion, 21.04.1986;
Privatsammlung, Norwegen;
Oslo, Blomqvist, Auktion, 24.11.2009, Lot 5;
Sammlung Asbjørn Lunde (1927-2017), New York, seit 2009, Inv. Nr. 514.

Ausstellung:
Forests, Rocks, Torrents: Norwegian and Swiss Landscapes from the Lunde Collection, London, National Gallery, 2011, Kat. Nr. 17;
Sublime North: Romantic Painters Discover Norway. Paintings from the Collection of Asbjørn Lunde, Hartford, Wadsworth Atheneum Museum of Art, September 2017 - Januar 2018.

Literatur:
Andreas Aubert, Maleren Johan Christian Dahl: et stykke av forrige aarhundredes kunst- og kulturhistorie, Oslo 1920, S. 457;
Johan H. Langaard, J.C. Dahl’s verk, Oslo 1937, S. 107, Nr. 465;
Marie Lødrup Bang, Johan Christian Dahl 1788-1857: Life and Works, Werkverzeichnis, Oslo 1987, Bd. 2, S. 261-262, Nr. 840; Bd. 3, Tafel 358, Nr. 840.

 

 

Das Interesse der Romantischen Bewegung für Kulturdenkmäler aus prähistorischer Zeit ist Teil des Versuchs eine nationale Identität zu finden. Dahls Interesse an der norwegischen Vor- und Frühgeschichte war bereits in jungen Jahren gelegt worden. Es wurde gestärkt und gefördert durch das Zusammentreffen mit wichtigen Wissenschaftlern und Historikern in Dänemark v.a. in Kopenhagen,1 insbesonders mit Christian Jürgensen Thomsen (1788-1865), seit 1816 Direktor der Königlichen Kommission zur Erhaltung der Altertümer in Dänemark und Begründer des Dreiperiodensystems, also dem chronologischen Verständnis von Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit.2

1826 hatte Dahl zum ersten Mal die Möglichkeit, die mächtigen Menhire, in Norwegen nennt man sie Bautasteine, in Nornes und Slinde zu sehen. Steinzeitliche Gräber, Dolmen und Bautasteine erscheinen bei Dahl in zahlreichen Landschaften als Motiv und evozieren die heroische Frühgeschichte Norwegens. Diese Motive gaben der nordischen Geschichte eine neue Wertigkeit und einen neuen Status: die historischen Wurzeln Norwegens reichen weiter zurück als die Antike und können ihr deshalb gleichbedeutend gegenübergestellt werden.

Dahls Darstellung ist eine Hommage an die Naturschönheit und die Kultur Norwegens. Das Bauernhaus in traditioneller Holzbauweise ist ein Hinweis auf die Kontinuität menschlicher Anwesenheit seit der Frühzeit.

 

 


1 Siehe Ernst Haverkamp, ‚Dahl als Kunst- und Kulturvermittler’, in Petra Kuhlmann-Hodick, Gerd Spitzer (Hgg.), Dahl und Friedrich: Romantische Landschaften, Kat. Ausst. Dresden, Staatliche Kunstsammlungen, Oslo, Nasjonal museet for kunst, arkitektur og design, 2014-2015, S. 68.

2 Siehe https://www.praehistorische-archaeologie.de/wissen/forschungsgeschichte/19-jahrhundert/das-dreiperiodensystem/ (24.01.2019).

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