Johan Christian Dahl – Verkauft

Johan Christian Dahl
(Bergen, Norwegen 1788 - 1857 Dresden) 

Höhle bei Posillipo, 1821

Öl auf Papier auf Pappe, 33 x 30 cm
Datiert unten rechts d. 17 Janr. 1821
Rückseitige Inschrift in Bleistift und Tinte von Siegwald Dahl No. 123./ J.C.C. Dahl / geb. zu Bergen d. 24 Febr. 1788. + zu Dresden d. 14 Octbr. 1857 / Grotte bei Neapel - Naturstudie / 17 Jan. 1821. / 30 " br. 33 " h. - / ... auf ... gezogen / Mit Mastixfirniss gefirnisst / d 26 März 1889 SD und No. 44

Provenienz:
Siegwald Dahl (1827-1902), Sohn von Johan Christian Dahl;
Oslo, Blomqvist Kunsthandel, 1926, Kat. Nr. 44;
Conrad Langaard, Oslo, 1937;
Privatsammlung;
Sammlung Asbjørn Lunde (1927-2017), New York, seit 2015, Inv. Nr. 42.

Ausstellung:
Minneutstilling, J.C. Dahl 1788-1857, Blomqvist Kunsthandel, Oslo 1926, Nr. 44.

Literatur:
Andreas Aubert, Maleren Johan Christian Dahl: et stykke av forrige aarhundredes kunst- og kulturhistorie, Oslo 1920, S. 452;
Johan H. Langaard, J.C. Dahl’s verk, Oslo 1937, S. 56, Nr. 173;
Marie Lødrup Bang, Johan Christian Dahl 1788-1857. Life and Works, Bd. 2, Oslo 1987, S. 116, Nr. 290.

 

Die beiden Studien entstanden während Dahls italienischer Reise 1820/1821. Neapel und seine Umgebung boten ihm reizvolle Motive, die er auf Malausflügen, beispielsweise mit Franz Ludwig Catel (1778-1856) erkundete. Die beiden Studien derselben Höhle, wie sie zahlreich in dem vulkanischen Gestein um Neapel zu finden sind, entstanden beide an nur einem Tag, dem 17. Januar 1821, etwa drei Wochen vor Dahls Abreise aus Neapel nach Rom. Im Bewusstsein der kurzen Zeit, die ihm dort noch blieb, schrieb der Maler in sein Tagebuch: Von heute an, dem 9. Januar muss ich doppelt fleißig sein [...]. Ich will große Studien malen von Bäumen, Pflanzen, Tieren und Figuren — die großen Massen halten und die Tönungen und Effekte, Beleuchtungen, Mondscheinstücke etc. etc. üben.1

Johan Christian Dahl, Höhle bei Posillipo, 1821, Öl auf Papier auf Pappe, 28,6 x 44 cm

Im Vergleich mit den detaillierten Ölstudien der früheren Jahren, zeigen die Studien der Italienreise eine andere Herangehensweise. Dahl hatte gelernt mit großzügigem, lasierenden Pinsel bemerkenswert zügig zu malen. Sein Interesse ist auf den Lichteinfall und die Farbigkeit gerichtet. Die komplizierte Räumlichkeit der Höhle ist klar erfasst. Er konnte sich ganz auf das Skizzieren konzentrieren. Von finanziellem Druck war er in diesen Jahren durch ein Stipendium des dänischen Kronprinz Christian Frederik befreit. Die von ihm in dieser Zeit erstmals mit voller Kraft entwickelten und bald zur Perfektion gebrachten Ölstudien vor der Natur erlaubten ihm mit erstaunlicher Spontaneität die rasche Wiedergabe der ständigen Wechsel von Licht und Schatten, Nebel und Wolken, Wellen und Brandungen, um so ein lebendiges, natürliches Gesicht der Landschaft darzustellen.2

Die zwei Ölskizzen zeigen auf eindrucksvolle Weise Dahls Begabung, die Atmosphäre der und den Lichteinfall in die Höhle en plein-air zu erfassen. Er blickt aus der Dunkelheit der Höhle ins Licht, wo sich im Hintergrund die umgebende Landschaft zeigt. Meisterhaft modelliert er die Farbigkeit der Steinformationen.

 

 


1 Zitiert nach Jan Drees, ‚Johan Christian Dahl und sein Weg zur Natur’, in Wolken Wogen Wehmut, Johan Christian Dahl 1788-1857, Kat. Ausst. Schleswig, Schloss Gottdorf, Stiftung Schleswig-Holsteinisches Landesmuseen, München, Haus der Kunst, 2002, S. 21.

2 Drees, op. cit. S. 21.

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