Johan Christian Dahl

Johan Christian Dahl
(Bergen, Norwegen 1788 - 1857 Dresden) 

Im Großen Garten, Dresden, 1822

Öl auf Leinwand auf Pappe, 25 x 35 cm
Datiert unten Mitte d. 21 August / 1822

Provenienz:
J.P. Schneider Jr, Frankfurt;
London, Sotheby's, Auktion, 02.06.2010, Lot 238;
Sammlung Asbjorn Lunde (1927-2017), New York, seit 2010, Inv. Nr. 511.

Ausstellung:
Forests, Rocks, Torrents: Norwegian and Swiss Landscapes from the Lunde Collection, London, National Gallery, 2011, Nr. 15;
Sublime North: Romantic Painters Discover Norway. Paintings from the Collection of Asbjørn Lunde, Hartford, Wadsworth Atheneum Museum of Art, September 2017 - Januar 2018.

 

 

Am liebsten stelle ich die Natur in ihrem freien und wilden Zustand dar, in Gegenden mächtiger Fels- und Waldpartien; deshalb bin ich auch hier [Dresden] nicht so vollkommen zufrieden; trotzdem die Natur in gewisser Hinsicht sehr schön ist, erscheint sie mir doch etwas kleinlich, man findet zu viele Spuren von Menschenhänden (Dahl in einem Brief an Kronprinz Christian Frederik am 26. November 1818).

Nach seiner Rückkehr aus Italien im Sommer 1821 beschäftigte sich Johan Christian Dahl immer wieder mit den abwechslungsreichen Landschaften seiner Wahlheimat Dresden: dem Großen Garten, den Elbhängen und der Sächsischen Schweiz, um nur einige zu nennen. Die dabei entstandenen reizvollen Ölstudien sind individuelle Eindrücke der Natur. Sie halten nicht nur die Topographie, sondern auch die aktuell herrschenden Wetter- und Lichtverhältnisse fest.

Der Großen Garten, südöstlich vor den Toren der Stadt Dresden gelegen, wurde ab 1676 im Auftrag des Kurfürsten Johann Georg III. angelegt und im Laufe seiner Geschichte mehrfach erweitert. Nach Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg 1760 und bei Kämpfen gegen Napoleon 1813, wurde ein Jahr später der Garten im englischen Landschaftsstil neu gestaltet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auch Dahl malte gerne im Großen Garten. 1818 erwähnt der Maler einen solchen Ausflug in seinem Tagebuch: Am Mittwochabend war es herrliches Wetter. Landschaftsmaler Friedrich und ich gingen lange und spazieren im Großen Garten vor der Stadt; dort gibt es viele schöne Baumpartien der verschiedensten Art.1

Unsere Ölstudie entstand am 21. August 1822. Dargestellt ist ein Unterholzblick, das Schilf rechts deutet auf feuchten Grund. Dahls Interesse gilt dem fleckigen Sonnenlicht auf den Blättern und den Felsbrocken, dem Spiel des Lichtes im Grün der Blätter. Eine Lokalisierung in den großen Garten bietet sich durch zwei weitere dort entstandene Studien an, die nur einen Tag später auf den 22. August 1822 datieren. (Bang 385 und 386)2 . Unsere Studie ist, bei Dahl nicht unüblich, nicht signiert sondern lediglich datiert. Die Authentizität unserer Studie erhärtet die Ähnlichkeit des Schriftbildes der Datierung aller drei Studien.

 

 


1 Zitiert nach Jan Drees, ‚Johan Christian Dahl und sein Weg zur Natur’, in Wolken Wogen Wehmut, Johan Christian Dahl 1788-1857, Kat. Ausst. Schleswig, Schloss Gottdorf, Stiftung Schleswig-Holsteinisches Landesmuseen, München, Haus der Kunst, 2002, S. 17.

2 Marie Lødrup Bang, Johan Christian Dahl, 1788-1857. Life and Works, Werkverzeichnis, Oslo 1987, Bd. 2, S. 139, Nr. 385 und 386.

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