Johan Christian Dahl -verkauft

Johan Christian Dahl
(Bergen, Norwegen 1788 - 1857 Dresden) 

Kalkofen bei Maxen, Dresden, 1835

Öl auf Papier auf Leinwand, 32,5 x 37,5 cm
Signiert und datiert mittig JDahl / d. 6. Sept. / 1835.

Provenienz:
Justitiarius Georg J. Bull, Enkel Balkes;
General Siegwald Bull, Enkel Balkes;
Eric Bull, Oslo, bereits 1937, noch 1957;
Erbfolge in der Familie Bull;
Sammlung Asbjørn Lunde (1927-2017), New York, seit 2006, Inv. Nr. 516.

Ausstellung:
Katalog over Professor Dahl udstilligen, Christiania Kunstforening, 1907,
Kat. Nr. 31;
Norges Kunst Jubilæumsutstillingen 1814-1914, Oslo, Frognerparken, 1914,
Kat. Nr. 76;
Mindeutstilling, J.C. Dahl 1788-1857, Blomqvist Kunsthandel, Oslo 1926, Nr. 148;
J.C. Dahl's verk, Minneutstilling, Oslo, Kunstnernes Hus, 1937, Kat. Nr. 429;
Malerier og Tegninger av J. C. Dahl, Oslo, Nasjonalgalleriet, Bergen Kunstmuseum, 1957, Kat. Nr. 120;
Johan Christian Dahl 1788-1857: Jubileumsutstilling 1988, Oslo, Nasjonalgalleriet, Bergen Kunstmuseum, 1988, Kat. Nr. 148;
Den ville natur. Sveitisk og norsk romantikk. Malerier fra Asbjorn Lundes samling, New York, Tromsø, Nordnorsk Kunstmuseum, Bergen Kunstmuseum, Tromsø 2007, S. 104, Kat. Nr. 28;
 Forests, Rocks, Torrents: Norwegian and Swiss Landscapes from the Lunde Collection, London, National Gallery, 2011, Kat. Nr. 16;
Sublime North: Romantic Painters Discover Norway. Paintings from the Collection of Asbjørn Lunde, Hartford, Wadsworth Atheneum Museum of Art, September 2017-Januar 2018.

Literatur:
Andreas Aubert, Maleren Johan Christian Dahl: et stykke av forrige aarhundredes kunst- og kulturhistorie, Oslo 1920, S. 453;
Johan H. Langaard, J.C. Dahl’s verk, Oslo 1937, S. 101, Nr. 429;
Marie Lødrup Bang, Johan Christian Dahl 1788-1857. Life and Works, Werkverzeichnis, Bd. 2, Oslo 1987, Nr. 790; Bd. 3, Tafel 334, Nr. 790.

 

Die kleine Gemeinde Maxen liegt auf einem Hochplateau zwischen dem Lockwitztal und dem Müglitztal. Das reizvolle Hügelland südöstlich von Dresden lockte schon im 19. Jahrhundert viele Wanderer an, die von hier das Panorama in die Sächsische Schweiz und das Erzgebirge genossen. Manche kamen als Gäste des Ehepaars Friederike (1800-1872) und Friedrich Anton Serre (1789-1863), die seit 1819 auf dem Landgut Maxen wohnten und ein großes Haus führten, in dem sie prominente Gäste empfingen, wie beispielsweise Ludwig Tieck, Hans Christian Andersen, Ottilie von Goethe, Clara und Robert Schumann. Major Serre gründete 1841 die Tiedge-Stiftung, um arme Künstler zu unterstützen, und war 1859 maßgeblich an der Schillerstiftung beteiligt.1

Auch Johan Christian Dahl verkehrte bei dem kunstsinnigen Paar. Laut Bang besaß Frau Majorin von Serre acht seiner Arbeiten, die meisten persönliche Geschenke des Malers. Ein anderes, Landschaft zwischen Pirna und Maxen von 1841 (Bang 942) hingegen hat wohl Bertel Thorvaldsen bei Dahl erworben und Frau Serre zum Geschenk gemacht. Seinen Besuch am 6. Sept. 1835 nahm Dahl zum Anlass, den Kalkofen bei Maxen mitsamt dem daneben liegenden Steinbruch zu malen. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts hatte man bei Maxen den sogenannten „bunten Marmor“ und anderen Kalkstein entdeckt, der sich zum Kalkbrand eignete.

Dahls Interesse gilt der Farbigkeit der Steinformationen die im Steinbruch sichtbar sind. Das zarttonige Kolorit akzentuiert er mit den Grün- und Brauntönen der Vegetation. Am linken Bildrand ist eine Birke zu erkennen, die in Dahls Gemälden immer wieder auftaucht: Man kann die Stellung, die die Birke in Dahls Kunst einnimmt, mit dem Stellenwert der Eiche bei Friedrich vergleichen.2 Im Hintergrund ist der rauchende Kalkofen zu erkennen. Ein Arbeiter fährt mit seinem Schubkarren über eine Rampe hinauf, um den Ofen mit dem Kalkstein zu beschicken.

Serre war ein erfolgreicher Unternehmer. Er erweiterte die vorhandenen Kalkbrüche und modernisierte die Kalköfen. Auch sein soziales Engagement war vorbildlich. Er errichtete für seine Belegschaft eine Knappschaftskasse.

 

 


1 Siehe Lothar Bolze, Serres und ihre Freunde, Dresden 2000, und https://www.sachsen-erkunden.de/bergdorf-maxen-mueglitztal/ (24.01.2019).

2 Dahl und Friedrich. Romantische Landschaften, Kat. Ausst. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Olso, Najsonalmuseet for kunst, architektur og design, Oslo/Dresden 2014, S. 111.

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