Johann Jakob Biedermann

Johann Jakob Biedermann (Winterthur 1763 - 1830 Zürich)

Pflügende Bauern am Vierwaldstätter See, 1813

Öl auf Leinwand, 73,4 x 97 cm
Signiert, datiert und monogrammiert unten rechts Hans Jakob / Biedermann / 1813.

Provenienz:
Deutscher Privatbesitz

Literatur:
Marie-Louise Schaller, Annäherung an die Natur: Schweizer Kleinmeister in Bern 1750-1800, Bern 1990, S. 251, Abb. 299

 

Johann Jakob Biedermann zählt zu den führenden Schweizer Malern seiner Zeit. Neben zahlreichen Ölgemälden, vor allem Landschaften, aber auch Genrebilder und Porträts, schuf der Maler ein umfangreiches grafisches Werk. Zeichenunterricht erhielt Biedermann bei Johann Rudolf Schellenberg in Winterthur. Anschließend wurde er ab 1778 Schüler des Landschafts- und Tiermalers Heinrich Rieter in Bern. Biedermann blieb zunächst in Bern und ließ sich dort als Zeichenlehrer und Porträtist nieder. Ab 1783 sind jedoch längere Aufenthalte in Lausanne, Genf, Zürich und Basel nachzuweisen. Bekannt wurde Biedermann durch die kolorierten Radierungen in zwei Serien à 15 Blatt zu den Hauptorten der alten Eidgenossenschaft – wie sie bis zum Beginn der Helvetischen Republik 1798 bestand. Der Einmarsch der französischen Truppen 1798 zwang Biedermann, seine künstlerische Tätigkeit zeitweise zu unterbrechen. 1802 ließ er sich in Konstanz nieder und wurde von Ignaz Heinrich von Wessenberg gefördert. Reisen führten ihn nach Augsburg, Stuttgart, München und Dresden. Ab 1807 lebte er für sieben Jahre in Basel, wo auch diese Landschaft entstand, die zu seinen Hauptwerken zählt.[1]

Biedermanns Landschaften zeichnen sich durch ihre Detailgenauigkeit und den etwas spröden Realismus aus, der auch die Malerei des anderen großen Schweizer Landschafters dieser Generation, Wolfgang-Adam Töpffer (1766-1847), auszeichnet. Das vorliegende Gemälde zeigt den Vierwaldstätter See mit Ausblick auf die umgebenden Berge der Zentralschweiz. Am linken Bildrand erkennt man die Untere Seeburg[2], unweit Luzerns gelegen. Die Bildmitte dominiert ein mächtiger Laubbaum mit dem der Maler an die Landschaftstradition des 17. Jahrhunderts anknüpft. Unter dem Baum weiden Pferde und Rinder. Im Vordergrund zeigt der Maler bäuerliches Arbeitsleben, eine Thematik, die sein ganzes Werk durchzieht. Auf der rechten Seite im Hintergrund dominiert der Pilatus, der Luzerner Hausberg, die Landschaft.

Das Motiv der Unteren Seeburg begegnet uns in Biedermanns Oeuvre bereits in einem Aquarell von 1797, das sich heute im Kunstmuseum Winterthur befindet (Abb. 1).[3]

Abb. 1 Untere Seeburg bei Luzern, 1797, Kunstmuseum Winterthur


[1] Vgl. Schall, op. cit., S. 237-52 und 278-81. Stefanie Buhles, 'Biedermann, Johann Jakob' in Allgemeines Künstlerlexikon, Berlin, Boston 2013: <<http://www.degruyter.com.akl.emedia1.bsb-muenchen.de/view/AKL/_10124664>> (23.01.2014).

[2] Die Chronik der Seeburg lässt sich bis ins Jahr 1584 zurückverfolgen. Ab 1624 wurde das Anwesen von den Jesuiten als Sommerresidenz genutzt. 1835 entsteht unter dem Namen Hotel Bellevue der Grundstein zur ersten 'Gast- und Hotelleriestätte' Luzerns. Vgl. <<http://www.hotelseeburg.ch/en/About-us/History>> (23.01.2014).

[3] Johann Jakob Biedermann, Untere Seeburg bei Luzern, 1797, Feder und Aquarell, 27 x 39 cm, Kunstmuseum Winterthur.

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