Lotte Laserstein

Lotte Laserstein
(Preußisch Holland 1898 - 1993 Kalmar, Schweden)

Junge im Wald, um 1934

Öl auf Holz, 76 x 99,5 cm
Signiert unten rechts zweimal Lotte Laserstein

Provenienz:
Besitz der Künstlerin, Berlin, ab 1934;
ab 1937 Besitz der Künstlerin in Schweden;
Privatbesitz, Schweden, direkt von der Malerin erworben;
In Erbfolge, Schweden.

Die Arbeit wird unter dem Titel Junge im Wald in das Werkverzeichnis von Dr. Anna-Carola Krausse aufgenommen, die das Werk persönlich in Augenschein nehmen konnte.

 

 

 

Die Laserstein-Expertin und Verfasserin des Werkverzeichnisses von Lotte Laserstein, Dr. Anna-Carola Krausse, schreibt zu vorliegendem Gemälde:

Die Entstehung des Gemälde ist anhand des Motivs und des Malstils unschwer einer der ausgedehnten Studienreisen aufs Land zuzuordnen, die Laserstein in der ersten Hälfte der 1930er-Jahre mit Schülerinnen und Schülern der von ihr 1927 gegründeten privaten Malschule unternahm. Während dieser Reisen waren Landschaften und Bildnisse der einheimischen Bevölkerung das zentrale Motiv der ansonsten eher auf das großstädtische Leben konzentrierten Malerin.

Da das Werk nicht datiert ist, bleibt auch der Entstehungsort spekulativ. Aus den Erinnerungen von Uwe Wolf, der der Berliner Malergruppe in dem Küstenort Sahlenburg (heute ein Ortsteil von Cuxhaven) als Kind Modell stand, wissen wir, dass sich in unmittelbarer Nähe zum Strand ein Wald befand, in dem Laserstein gelegentlich malte. So ist zu vermuten, dass dieses Bild während einer der 1933 und 1934 stattgefundenen Studienfahrten nach Sahlenburg entstand. Der lebhafte, kurz gesetzte Duktus, mit dem Figur und Landschaft erfasst sind, entspricht eindeutig Lasersteins Malstil der ersten Hälfte der 1930er-Jahre.

An einer Böschung steht ein mächtiger Baum, dessen teilweise freiliegendes Wurzelwerk eine Kuhle bildet, in der mit angewinkelten Beinen ein Junge auf dem Waldboden liegt. Den Oberkörper auf einen Ellenbogen gestützt, trifft sein Blick den Betrachter mit provozierender Direktheit. Die Situation ist ungeklärt. Was macht der Knabe dort? Ruht er? Möglicherweise weist ihn der lange Zweig in seinen Händen als Hirten aus.

Trotz der szenischen Einbettung in eine – wenngleich offene – Bilderzählung, entfaltet das malerisch brillant gestaltete Knabenbildnis eine bezwingende Intensität, wie sie sonst vor allem aus Lasersteins kleinformatigen en-face Porträts bekannt ist.

 

 

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