Peder Balke

Peder Balke (1804 Hedemarken, Norwegen - Christiania 1887)

Fijordlandschaft, 1852

Öl auf Papier, auf Pappe, 23,3 x 17,4 cm
Signiert und datiert unten rechts Balke 1852
Auf der Rückseite handgeschriebenes Etikett mit einem Zitat aus E. Bénézit, Dictionnaire des Peintres mit dem Titel Dans un Fjord and Signé à droite en bas: Balke 1852;
Gestempelt Utstillet I Kunstnernes Hus, Oslo/Sept. 1954 Katalog No. 37A

Literatur:
Peder Balke 1804-1887, Kat. Ausst., Oslo, Kunstnernes Hus, 1954, nr. 37A;
Per Kvaerne and M. Malmanger (eds.), Un peintre norvégien au Louvre. Peder Balke (1804-1887) et son temps, Oslo, Instituttet for sammenlignende kulturforskning, 2006, S.14 f, Abb. 3;
Per Kirkeby, Peder Balke, Trick, Depth and Game, Hellerup, 1996, chap. II, mit Abb.

 

 

Balkes Autobiographie überliefert uns ein außergewöhnlich lebendiges Bild seiner ersten Lebenshälfte. Aus extrem einfachen Verhältnissen stammend, mußte er schon in sehr jungen Jahren seine Familie unterstützen. Er verdingte sich als Saisonarbeiter bevor er sich mit 12 Jahren als Verkäufer durchschlug. Er arbeitete schließlich als Dekorationsmaler. 1825 erhielt er den Auftrag, ein Kircheninneres zu restaurieren. 1827 wurde er an der Königlichen Zeichenschule in Christiania in der Malereiklasse angenommen. Er begann nach der Natur zu zeichnen und Norwegen zu bereisen.

Da es in Norwegen keine Kunstakademie gab, entschloß sich Balke 1828 das Land zu verlassen und nach Stockholm zu gehen, wo er an der Kunstakademie studierte. 1830 reiste er nach Dänemark, in Kopenhagen hinterliessen besonders die Gemälde von Johan C. Dahl einen starken Eindruck. Während der Sommermonate bereiste er weiterhin Norwegen.1831 führte ihn seine erste Reise nach Nordnorwegen. Er erlebte die extremen Wetterbedingungen am Nordkap und sah zum ersten Mal die Sommersonnenwende.

1835 reiste Balke nach Dresden um Dahl zu besuchen. Die Kunsthistorikerin Ingeborg Lange faßt die Aufzeichnungen über diese Begenung wie folgt zusammen: Dahl urged him to take his studies of nature more seriously. Balke adopted a cooler palette with an emphasis on even, natural lighting and greater attention to natural detail – at least for a while. Yet it was Dahl’s friend, the German Romantic painter Caspar David Friedrich (1774-1840), who exerted a more lasting influence on Balke than Dahl himself. According to Dahl, nature was the only true master. Thus far, Balke and he were in agreement, but they had diverging interpretations of what nature really was. Dahl perceived it more visually while Balke was to seek it on a more profound level – like Friedrich – in the driving forces of nature itself.[1]

Nachdem er mehrere Monate bei Dahl verbracht hatte, reiste Balke nach Paris weiter, wo er seinen Landsmann, den Maler Thomas Fearnley traf. Beide waren große Bewunderer der Maler Eugène Isabey, Théodore Gudin and Horace Vernet. Deren kraftvoller bewegter Ausdruck und virtuose Malweise wirkten auf Balke ein. Frau Lange schreibt hierzu: The balance between both a directly observed rendering of nature and a subjective, symbolic perception of it was to be a permanent feature of Balke’s art from then on.[2]

In den 1840er Jahren, nach seiner Rückkehr nach Norwegen, erreichte Balkes Malerei, von seinen Zeitgenossen leider weitgehend unbeachtet, ihren Zenith. Dies zwang ihn das Land 1844 erneut zu verlassen. Er ging nach Paris. Es gelang ihm eine Audienz bei König Louis-Philippe zu bekommen, der als junger Mann den Norden Norwegens bereist hatte und deshalb sehr daran interessiert war Balke kennenzulernen. Balke zeigte dem König seine Ölskizzen von Nordnorwegen, die er nach Paris mitgebracht hatte. König Louis-Philippe wählte 30 von ihnen aus, die als Ölgemälde ausgearbeitet werden sollten. 26 dieser Ölskizzen befinden sich noch heute im Museé du Louvre. Kürzlich restauriert, befinden sich jetzt in der ständigen Ausstellung. Balkes künstlerische Zukunft schien nun gesichert, aber die politische Situation in Paris setzte den Plänen des Königs ein Ende. Balke sah sich deshalb 1847 gezwungen nach London zu gehen.

1850 kehrte er dann endgültig nach Norwegen zurück. Er trat der sozialistischen Arbeiterbewegung bei und nahm verschiedene soziale und politische Ämter an. Von der Öffentlichkeit unbeachtet widmete er sich auch weiterhin der Malerei. Es mag paradox erscheinen – doch es sind gerade die Bilder dieser späteren Lebensjahre, die ihm heute seine prominente Stellung in der norwegischen Kunstgeschichte sichern.


[1] Per Kvaerne and M. Malmanger (eds.), Un peintre norvégien au Louvre. Peder Balke (1804-1887) et son temps, Oslo, Instituttet for sammenlignende kulturforskning, 2006, p.33-4.

[2]Per Kvaerne and M. Malmanger (eds.), op. cit. p.35.

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