Peder Balke

Peder Balke (Hedemarken, Norwegen 1804 - 1887 Christiania)

Der Berg Gausta, 1877

Öl auf Holz, 17 x 13,1 cm
Signiert und datiert links unten Balke 1877
Rückseitig:
Handschriftliches Label Fru Thekla Balke Lange / Eilert Sundts gt 57 Kristiania
Gedrucktes Label Kunstnerforbundet / Kjeld Stubs Gt. 3 , Oslo 1 / Kat. Nr. 69 jan. 1980

Ausstellung:
Kunstverein Oslo, Januar 1980, Kat. Nr. 69

Provenienz:
Thekla Balke Lange[1]

 

Balke hat den Berg Gausta und dessen Umland mehrfach gemalt.[2] Bereits im Sommer 1830 unternimmt er einen weiten Fußmarsch durch Telemark und das Vestfjord Tal, um den Berg erstmals zu sehen.[3] Kurz zuvor hatte er Werke J.C. Dahls in Kopenhagen studiert und zeigt sich beeindruckt von dessen Naturschilderungen Norwegens.

Unser Gemälde gehört dem kulminierenden Spätwerk Balkes an, das sein eigentliches Renommee als Pionier der Moderne [4] begründet.[5] Obgleich der Künstler unter den Zeitgenossen keinerlei Anerkennung erfuhr, verfolgte er seine früh angelegten, malerischen Prinzipien und entwickelt diese konstant weiter.[6] Mit den 60er Jahren vereinfacht Balke zunehmend seine Ikonographie und radikalisiert seine maltechnischen Verfahren, insbesondere seine Nass-in-Nass Technik.

Alle Charakteristika des Spätwerkes sind in vorliegendem Gemälde vereint. Die Auswahl an Motiven reduziert sich und es erscheint immer wieder ein imposanter Berg im Mittelpunkt. Die Bilder sind häufig auf relativ dicke Holzpaneele gemalt. Seit den späten 50er Jahren beginnt Balke seine Gemälde weiß zu grundieren. Er vermeidet pastosen Farbauftrag und vertreibt stattdessen verdünnte Farben mit dem Pinsel, dem Schwamm oder seinen Fingern. Die Grundierung bleibt dabei graduell unterschiedlich sichtbar. Mitunter zeigt er den weißen Grund auch im Sinne einer konventionellen Weißhöhung. Die Hauptformen werden meist linear betont. Der weiße Grund vereint das gesamte Bild, konstituiert Licht und Tiefe.[7]


[1] Thekla war Balkes jüngstes Kind, geboren 1858. Im Jahr 1889 heiratete sie Alexander Lange (1857-1905) in Buenos Aires. Nach dem Tod ihres Ehemannes zog sie zurück nach Christiania.

[2]Vgl. Peder Balke, op. cit., Kat. Nr. 12, aus dem Jahr 1858 und Kat. Nr. 13, undatiert, wohl aus den 50er Jahren.

[3]Der Berg Gausta befindet sich südlich des ehemaligen Industrieortes Rjukan in der Provinz Telemark in Südnorwegen und ist 1 883 m hoch. Der Quarzitrücken ist weithin sichtbar. Von seinem Gipfel soll man ein Sechstel Norwegens überblicken können.

[4]So der Titel des Aufsatzes von Dieter Buchhart in: Peder Balke, op. cit., S. 28 – 45.

[5]Es existiert lediglich ein weiteres Gemälde gleichen Jahres. Eine spätere Datierung ist uns von Balke nicht mehr überliefert Snøhetta, 1877, Öl auf Platte, 13 x 16,5 cm, Trondheim Kunstmuseum; vgl. Peder Balke, op. cit., Kat. Nr. 42.

[6]Marit Ingeborg Lange in: Un peintre norvégien au Louvre, op. cit., S. 40f

[7] Siehe Marit Ingeborg Lange in: Un peintre norvégien au Louvre, op. cit., S. 51f und Dieter Buchhart in: Peder Balke, op. cit., S. 28-45.

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