Wassily Kandinsky

Wassily Kandinsky (Moskau 1866 - 1944 Neuilly-sur-Seine)

Rapallo, Blick auf Portofino, ca. 1906

Öl auf Leinwand, auf Malkarton aufgezogen, 23,5 x 32 cm
Rückseitig von Gabriele Münter bezeichnet Kandinsky / Rapallo 1906 Portofino von Rapallo

Provenienz:
Gabriele Münter, Murnau
Franz Resch, Gauting, 1961
Privatsammlung Georg Schäfer, Schweinfurt
Privatsammlung, Deutschland

Ausstellung:
Kandinsky und Gabriele Münter. Werke aus fünf Jahrzehnten, Städtische Galerie im Lenbachhaus, Feb. - Mär. 1957, München 1957, Nr. 41 (ohne Abb.)
Der frühe Kandinsky 1900-1910, Brücke Museum Berlin Sep. - Nov. 1994, Kunsthalle Tübingen Dez. 1994 - Feb. 1995, München 1994, Nr. 18 (mit Abb.)
Wassily Kandinsky, Tra Monaco e Mosca 1896-1921, Okt. 2000 - Feb. 2001, Rom 2000, S. 70 (mit Abb.)

Literatur:
Hans K. Roethel, Jean Benjamin, Kandinsky. Werkverzeichnis der Ölgemälde 1900-1944, München 1982, Bd I, S. 167, Nr. 158 (mit Abb.)
Natascha Niemeyer-Wasserer, Wassily Kandinsky und die Malerei des russischen Symbolismus in den formativen Jahren 1896-1907. Eine vergleichende Studie, Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, München 2006, S. 259 (Abb. Nr. 73) <https://edoc.ub.uni-muenchen.de/7973/1/Niemeyer-Wasserer_Natascha.pdf> (Stand 11.01.2016)
Massimo Brignardi, Kandinskij in Italia: tra ricordo e visione, alla ricerca di una “nuova qualità” del colore, Annali Online Lettere, Ferrara Voll. 1-2 (2011), S. 401-404 (Abb. Nr. 17, S. 413) <http://annali.unife.it/lettere/article/viewFile/261/210> (Stand 11.01.2016)

 

1902 lernt Kandinsky in der Malschule der von ihm mitgegründeten Künstlergruppe Phalanx die elf Jahre jüngere Gabriele Münter kennen. Ab 1904 bricht das junge Paar zu ausgedehnten Reisen auf, die u.a. nach Holland, Tunesien, Italien und schließlich zu einem einjährigen Aufenthalt nach Paris führen. Von Dezember 1905 bis April 1906 halten Münter und Kandinsky sich in Rapallo an der italienischen Riviera auf. Hier entsteht auch das vorgestellte kleine Ölgemälde. Kandinsky malte die Aussicht von dem Haus, das sie in der Via Montebello gemietet hatten [...], sowie zahlreiche Ansichten der Bucht. In seinen italienischen Landschaften herrschen Pastellfarben vor, außerdem zeichnen sie sich durch eine freiere Malweise aus. […] Das strahlende Licht Tunesiens und Italiens zeitigte eine hellere Farbanlage in den Bildern Kandinskys.[1] Zu diesem Zeitpunkt hatte Kandinsky seine Technik, Farbtupfen punktförmig aneinander zu reihen bereits perfektioniert. Er stellte sie tonig nebeneinander oder expressiv kontrastierend (Abb. 1).[2]

Abb. 1 Wassily Kandinsky, Bucht von Rapallo, 1906, Öl auf Karton, 23.9 x 33 cm,  Städtische Galerie im Lenbachhaus, München

Abb. 1 Wassily Kandinsky, Bucht von Rapallo, 1906, Öl auf Karton, 23.9 x 33 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München

Unsere ausdrucksstarke Arbeit „Rapallo, Blick auf Portofino“ ist ein schönes Beispiel von Kandinskys Freilichtmalerei in dieser Technik. Gerade die späteren der zwischen 1901 und 1907 entstandenen Landschaftsstudien, wie die vorliegende Arbeit, stehen so als Vorläufer der kurze Zeit später in Murnau entstandenen „klingenden Landschaften“ und der kurz darauf erfolgten Abkehr von der gegenständlichen Malerei.


[1] Vivian Endicott Barnett, ‚Ausgedehnte Reisen 1904-1906’, in Helmut Friedl, Marion Ackermann (Hrsg.), Das bunte Leben. Die Geschichte der Sammlung von Wassily Kandinskys Werken im Lenbachhaus, München 1995, S. 127.

[2] Vgl. Magdalena Moeller, Vivian Endicott Barnett (Hrsg.), Der frühe Kandinsky 1900-1910, Kat. Ausst. Brücke-Museum, Berlin, Sep. - Nov. 1994, Kunsthalle Tübingen, Dez. 1994 - Feb. 1995, München 1994, Nr. 16-20.

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